Teil 2
Der Tag ist jung und es ist noch angenehm kühl als wir unsere Mopeds bepacken, was wir mittlerweile ganz gut beherrschen. Ein paar Minuten später sitzen wir schon wieder auf den Böcken und wir nehmen die etwa 150m entfernte Auffahrt zur Autovia nach Catalayud. Wir spulen Kilometer und bleiben irgendwo ein Stück nach Zaragoza an einer Tankstelle in einer Via Servicio (Service Straße) stehen und befüllen unsere
Tanks wieder mit dem heiß begehrtem Erdöldestillat. Hier treffen wir auf ein kurioses Paar. Er Franzose, sie Belgierin und ein alter Peugot mit einem kaputten Anlasser. Sie kampierten bereits seit gestern an der Tankstelle um heute in der Stadt einen neuen zu bekommen. Noch während unserer Anwesenheit schafft er es das gute Teil auszubauen, für mich hat das eher danach ausgeschaut als ob er den ganzen Motor zerlegen und in Einzelteile verkaufen will, so wie er den Motor zerlegt hat. Auf die Frage wo sie denn hin wollen gibt er ganz locker und voller Zuversicht die Antwort: „Portugal, north of Lisboa”.
Von uns würde wahrscheinlich nicht mal einer von Passau nach Regensburg mit der Kiste fahren weil sie ihm schon auf halber Strecke auseinander fällt und die wollen nach Portugal, na gut sind ja auch nur noch gute 1000 Kilometer. Wir rauchen noch eine miteinander und schauen uns das ganze Spektakel noch ein wenig an dann fahren wir weiter und wünschen noch viel Glück und einen schönen Urlaub. Wir donnern weiter auf der gut ausgebauten Autovia dabei ist es bewölkt und nicht sonderlich warm und ich hoffe dass wir bald wieder von dieser Straße runterkommen. Catalayud ist an uns vorbei und wir verlassen endlich diese Straße und wuseln wieder über kleine kurvige Landstraßen vorbei am Embalse de La Tranquera Richtung Molina de Aragon. An einem kleinen Weinfeld bleiben wir stehen und rasten ein wenig.
Jeder muss sich erst wieder an die vielen Kurven und schmaleren Straßen gewöhnen nach einigen Stunden auf der großen Autovia, da sind wir uns einig, dabei beobachten wir einen Hirten mit seinen Schafen. So mitten im nirgendwo, die nächste Ortschaft ist einige Kilometer weg was aber bei den Weiten der Mancha nicht wirklich viel ist. Es geht weiter, aber nicht lange, an einer kleinen Schlucht machen wir Halt um den Hunger zu stillen. Robert zückt den Kocher und zwei Dosen mit Bohnen was Marco wiederum heute noch büßen muss und wir vier bekommen endlich etwas in den Magen.
Die Zeit bleibt nicht stehen und es geht weiter gen Süden. Auf einem Hügel taucht eine Festungsanlage auf, Molina de Aragon, das muss es sein, wir fahren daran vorbei um eine geeignete Auffahrt zu finden, Fehlanzeige, daraufhin bleiben wir
kurz im Ort stehen fahren dann ein Stück zurück und bleiben an einem Feldweg stehen der zum Castillo hochgeht. Die Motorräder links liegen gelassen machen wir uns zu Fuß auf den Weg nach Oben um die Festung zu betrachten. Alles zugesperrt und wir kommen nicht hinein, keine Touristen und nur eine Tafel mit Angaben die wir nicht entziffern können, also doch ein unbedeutendes Stück Spanien. Ich finde sie aber dennoch einen Umweg wert und gehe ganz nach oben zum Aussichtsturm der einige Meter links von der Festung einsam am Hügel steht. Der Himmel ist klar und es ist ein umwerfender Ausblick über die Mancha. Später unten am abgesperrten Eingang fällt mir noch eine seltsame gelb/schwarze Fliege auf die ich natürlich auf SD-Karte festhalten muss. Wir halten uns eine gute Stunde auf und fahren weiter, nach dem Nationalpark Peralejo de las Truchas halten wir treffen auf einen etwas älteren Herrn der recht nett zu sein scheint und uns zutextet obwohl wir so gut wie keinen Brocken verstehen, ab und zu ein Wort mehr allerdings nicht.
Es ist bereits spät geworden und wir versuchen zu fragen ob ein Hotel auf der Strecke liegt, er schüttelt den Kopf und spanischt uns aus dass wir nach Cuenca fahren sollten, ungefähr eine Stunde meint er. Mit unseren Moto’s sollte das kein Problem sein. Da er mir der spanischen Fahrweise rechnet und das keine deutsche Bundesstraße ist rechnen wir eher mit eineinhalb bis zwei Stunden bis nach Cuenca, zulange wie wir finden. Wir verabschieden uns und krusen weiter. Wenig später kommen wir an einem Campingplatz vorbei der für diese Nacht herhalten muss, ein Restaurante ist nebenan, wunderbar. Wir bauen unsere Zelte auf ziehen uns m und wollen was zu futtern, Pech gehabt das Restaurant ist geschlossen und die Frau vom Platz macht uns klar das es heute nichts gibt, aber im zwei Kilometer entfernten Canamares sollten wir etwas finden. In Canamares angekommen suchen
wir ein wenig herum und versuchen es dann in dem einzigen das wir finden können, geschlossen, na toll. Robert sagt er hat vorher ein Lebensmittelgeschäft gesehen, wir könnten uns dort was besorgen und selber kochen, gesagt getan. Zurück am Campingplatz kochen wir richtig auf, Würstchen mit Ketchup, sprühgetrocknetes Rührei mit Zwiebeln und Speck, lecker. Das anfängliche Aussehen des Rühreis war sehr trügerisch und ich wollte es schon
wegschütten aber ich hab mich dann doch rumkriegen lassen noch etwas zu warten und es hat sich gelohnt (falls mal jemand sprühgetrocknetes Rührei testen möchte: mit Wasser anrühren auch wenns etwas klumpt einfach in einer Pfanne mit Öl rausbraten, das wird schon auch wenn es anfangs nicht toll aussieht, Zwiebel, Speck und etwas Salz dazu fertig). Um das ganze Mahl etwas abzurunden gibt’s natürlich spanischen Wein dazu. Nach zwei Flaschen ist der Depp fertig und mich fangen die Bohnen vom Mittag an zu plagen, dafür darf Marco heute in meinem Zelt schlafen
Wir wollen wieder Asphalt unter den Rädern haben und fahren weiter, die Straßen werden gerader, die Sierra Nevada kommt näher aber werden wir auch dort ankommen???
Fortsetzung folgt.
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Huhu Alex:-)
Das liegengebliebene Fahrzeug unserer Französisch/ belgischen Freunde da auf dem Foto war kein Peugeot (obwohl die Mühlen auch oft stehen bleiben) sondern ein Citroen mit Luftfahrwerk
Ansonsten, wie immer, grandios geschrieben, macht Bock auf mehr…nur weiter so…
Viele Grüsse
Bernhard