Freewind – Teil 4 # Schraube wo gehörst du hin?

Nach vielem hin und her hab ich doch noch Zeit gefunden an meiner Freewind weiterzuschrauben. Wenn es doch gleich mit der nächsten Hiobsbotschaft weitergeht. Wie bereits im letzten Artikel Projekt Freewind – Teil 3 # Pimp my Bike erwähnt war die Bremsscheibe für vorne defekt, na gut, sicherheitsrelevantes Bauteil, zurücksenden. Soweit so gut, nach vier Wochen hatte ich immer noch keine Bremsscheibe ich möchte jetzt endlich mit der Kiste weitermachen. Nach einigem Hin und Her, Geld zurück und Anfragen bei ich glaub 5 Händlern oder so hab und ungewissen Lieferzeiten wenn überhaupt lieferbar, hab ich mich notgedrungen für eine starre Scheibe entscheiden müssen. Wie das halt so ist, man kann nicht alles haben… Aber es gibt nicht nur Rückschläge, besonders gut hat mir der Tipp aus dem Freewind Forum http://www.xf650.com/ von Mr. 300 geholfen um meinen Scheinwerfer zu reparieren, bei 80-90°C ca. 15 Minuten in den Ofen, auseinanderziehen und gut is. Jedenfalls fast, noch den halben Nachmittag den alten Kleber aus der Lampenmaske popeln (ganz schön hartnäckig das Zeugs), reinigen, Halterungen des Spiegels mit Scheibenkleber befestigen und wieder zusammenkleben und schon ist er wie neu.

Nach langer Überlegung wie denn der Kabelbaum denn an dem Rahmen befestigt war, hab ich mit Hilfe meines Vaters erst mal den Motor in den Rahmen gehieft, was bis auf das Gewicht und eine kleine Schramme am Rahmen auch recht einfach war. Weniger Freude hat mir allerdings dann der Ölkühler gemacht der an einem Flansch durchgehend eingerissen war. Toll, Budget ist eh schon aufgebraucht und jetzt das noch. Der Susi-Händler wollte um die 500€ für einen neuen originalen Kühler. Gut dass ich da nur angerufen hab und gesessen bin ansonsten hätts mich wohl umgehauen, vielen Dank auch für den Schock. Vielen Dank an dieser Stelle auch an Tim Berners-Lee, dem Erfinder des Internet, der solche Dinge wie ebay erst ermöglicht hat. Für 70 Kröten (EUR) konnt‘ ich einen doch recht gut erhaltenen Kühler erstehen. Aber wie das halt so ist mit den windigen Lamellen die diese Japse da in den Kühlern verbauen, Beschädigungen sind da vorprogrammiert. Die sollten sich mal den Kühler einer BMW R1100GS anschaun, das lass ich mir eingehen. Ein kleines Abdeckgitter sollte hier Abhilfe schaffen.

[download id=“42″ format=“1″]

 

Schraub, schraub, entrost, lackier, und schon ist alles fertig hier. Mehr oder Weniger war‘s dann so in etwa, Kleinteile und Schrauben entrosten, grundieren, lackieren und Stück für Stück wieder an den angestammten Platz zurückschrauben. Ist eh unwahrscheinlich was an so einem kleinen Moped alles drann ist. Aber die Freude daran wird bei jedem Teil größer das fertig montiert ist und es sieht immer mehr nach dem aus was man die ganze Zeit im Kopf hat.

Nun ist endlich der Lenker an der Reihe, niedrige Ausführung, mit Mittelstrebe aus Alu. Mal schnell hingeschraubt und gleich vermittelt  das Ganze einen besseren Eindruck. Wenn da nicht der kurze gerade Bereich währe auf dem die Heizgriffe, Schalter und Bedienelemente untergebracht werden müssten. Mit etwas Knoff Hoff hab ich an den Enden dann noch je 2cm dranngezimmert um die Brems-, Kupplungshebel dann nicht im gekröpften Bereich montieren zu müssen was ja dann zu leichten Bedienproblemen geführt hätte und schließlich verschwindet die Nahtstelle ohnehin unterm Griff.

Ach noch eins, sollte jemand mal eine Heckhöherlegung für die Freewind montieren kann er sich dann freuen eine weitere „Gleitführung“ für die Kette zu haben, nämlich der Hauptständer, verdammt! Mit einem kleinen Bügel aus Alu kann hier aber Abhilfe geschaffen werden.

Da bei bei meiner XF 650 die Abdeckungen für die Taschen der Schwingenachse fehlten musste ich hier noch etwas improvisieren und hab mir hier einfach ein Paar Aludeckeln mit O-Ring gedreht, das geht schnell ist einfach zu machen und kostet fast nix. Zudem sehen Sie gleich noch nach mehr aus als die herkömmlichen Plastikstopfen.

Das sollte vorerst mal reichen, noch schnell den Tank drauf, frischen Benzin rein und, und wird sie jetzt nach über 2 Jahren Stillstand, kompletter Demontage anspringen???  Mehr dann im nächsten Artikel…

Nein, so gemein bin ich nicht. Schlüssel rein umdrehen, Schock ziehen nochmal tief durchatmen, Augen zu und den Anlasser drücken. Nichts, der Motor orgelt aber Sie springt nicht an. Mein Gott, der erste Versuch, wäre ja auch zu schön gewesen. Zweiter Versuch, wieder nicht. Schock raus bevor die Kiste absäuft und mal so probieren und siehe da ein Lebenszeichen. Versuch Nummer 4, ich warte noch einen kurzen Moment bis die Freude über die ersten Lebenszeichen verflogen ist, jetzt will ichs aber wissen und drücke noch mal den Anlasser drehe den Gasgriff leicht herunter und meine XF 650 Freewind läuft nach nur 4 kurzen Versuchen. Zumindest bei all den Rückschlägen einmal ein gutes Zeichen und es fällt mir ein Stein vom Herzen. So viel Arbeit, Ärger und auch Geld und endlich läuft diese scheiß Kiste. Nur irgendwie raucht hier etwas und zwar ganz schön heftig. Ein Blick nach unten verrät den Übeltäter sofort, der Krümmer, damit hatte ich zwar gerechnet da ich diesen mit einer hitzebeständigen Chromlackierung versehen hab aber im Moment nicht mehr drangedacht. Die Angst steigt dass dieses Gelump noch zu brennen anfängt, nach ca. zwei Minuten seh ich zwar nix mehr allerdings kann ich mich wieder beruhigen, die Rauchentwicklung lässt nach, ich schalte die Maschine aus und mach erst mal das Garagentor ganz auf um wieder frische Luft und freie Sicht zu bekommen.

Wenn ich denn nur schon die Verkleidung da hätt… beim nächsten mal aber bestimmt.

Ein Gedanke zu „Freewind – Teil 4 # Schraube wo gehörst du hin?“

  1. Interessanter Artikel!
    Ich suche einen Austauschmotor für eine 650 Freewind, hast Du hierzu vielleicht Kontaktdaten?
    Gruß Thomas, 0163-5420577

Kommentar verfassen